Der wichtigste Mensch im Leben bist DU!

 

Klingt auf den ersten Eindruck erschreckend egoistisch. Es steckt dennoch eine ganze Menge Wahrheit darin. Ich habe das heute (wenn du das liest - letzten Donnerstag :)) sehr deutlich zu spüren bekommen. Meine kleine Schwester (ok - es müsste richtig heißen, meine jüngere Schwester - sie ist nämlich mindestens 6cm größer als ich.) ist heute für ein GANZES Jahr nach Amerika geflogen. Sie macht dort einen „Freiwilligen Friedensdienst“, ein soziales Jahr, in Alamosa (Colorado).   

 

Was sie mit der Überschrift zu tun hat?… Du solltest dazu wissen, meine Schwester ist mein Engel, mein kleiner Sonnenschein, meine Freundin, mein Alles… 

 

Sie ist 13 Jahre jünger als ich und mir dennoch so nah, wie nur wenige Menschen in meinem Leben. Wie ich sie beschreiben würde - was sie so besonders macht? Ihr Sturkopf, ihre sehr ausgeprägte „Soziale Ader“, ihre  Willensstärke, ihre liebevolle Art, ihr Mut, ihr Humor und ihre Spontanität. Kleines Beispiel: Ich rufe einige meiner Freunde an und frage, ob sie mit mir Fallschirmspringen gehen möchten. Sie haben alle eine Ausrede oder sagen einfach, dass es nicht ihr Ding ist. Ich rufe meine Schwester an und frage sie. Ihre Antwort: „Wann denn? Damit ich gucken kann, ob ich da Zeit habe.“ Egal was es ist, sie ist immer dabei. Wir haben so viele Reisen gemeinsam gemacht, lernten die verschiedensten Freizeitparks kennen, flogen nach Berlin, Prag, Paris, Amsterdam… Mal davon abgesehen, ich kenne niemanden, der mit mir freiwillig 4 Stunden durch eine Stadt rennt, nur um eine bestimmte Straße zu suchen. 

 

Ich bin so wahnsinnig stolz, dass sie sich den Schritt nach Amerika zu gehen, getraut hat. Auch wenn ich mittlerweile das Reisen liebe und noch so viele Orte dieser Welt sehen möchte, das war nicht immer so. Ich war früher eher so das „Heimwehkind“. Eine von vielen Geschichten: Meine Eltern haben mich mal mit dem Auto nach Toulouse in Frankreich gefahren. (12 Stunden saßen wir sicher im Auto.) Svenja, mit ihrer großen Klappe, wollte dort 6 Wochen auf zwei süße Kinder aufpassen. Ihnen schwimmen beibringen. Die Sprache besser lernen. Ich glaube, wir waren 1 1/2 Stunden dort, da habe ich meine Eltern heulend angebettelt, mich wieder mit nach Hause zu nehmen. (Haben sie zum Glück nicht getan. Ich durfte aber 2 Wochen früher nach Hause fliegen.:-)) Ich war zwar noch klein. 15 oder so :) — aber mit 18 wäre ich niemals für ein Jahr so weit weg geflogen. 

 

Aber meine Schwester macht es einfach. Sie hat so oft davon gesprochen. Für sie war es immer klar, dass sie für eine zeitlang ins Ausland möchte.. Jetzt sitzt sie gerade alleine im Flieger und startet ihr eigenes Abenteuer. Und ich? ….. Ich bin so wahnsinnig stolz auf sie! 

Ich habe mir fest vorgenommen bei der Verabschiedung keine Träne zu vergießen. Wollte ihr den Abschied nicht so schwer machen. Wollte ihr Mut zusprechen. Ihr die Nervosität nehmen. Das hat alles wunderbar funktioniert. Bis zu dem Moment, als sie vor der Passkontrolle sagte „SO!“. 

Dann waren die Gedanken doch plötzlich da. Ein Jahr kann ich sie nicht mehr in den Arm nehmen, ein Jahr kein Kurztrip, ein Jahr keine Kinobesuche, ein Jahr keine gemütlichen Abende auf der Couch, ein Jahr so weit weg… Und als wir uns dann in den Armen lagen, rannten die Tränen nur so. Bei ihr, bei mir. So ein Abschied tut halt doch weh. Immer noch. Bestimmt auch noch eine Weile. 

 

Aber hier geht es nicht um mich. Es ist ihr Abenteuer. Es ist ihr Traum. Da spielt es keine Rolle, ob ich sie lieber hier in meiner Nähe hätte, dass ich nichts in ihrem Leben verpassen möchte, dass ich da sein möchte, wenn sie Hilfe braucht. Ich weiß, dass sie dieses Jahr so wunderbar meistern wird, dass sie dieses Jahr in ihrem Leben weiterbringen wird, dass sie daran wachsen wird, dass es großartig wird, dass sie tolle Menschen kennen lernen wird und einzigartige Abenteuer erleben wird. Es ist ihr Leben. Es ist so wichtig, dass sie den Weg geht, den sie sich aussucht. Denn der wichtigste Mensch in ihrem Leben, ist sie selbst. Es wäre ein Fehler, in dem Moment, für andere auf etwas zu verzichten, was man unbedingt erleben möchte.

 

Und wie sagt sie so schön - Es sind ja nur 24 mal 2 Wochen. :-) (Oder weniger - Colorado soll man schließlich wunderbar fotografieren können! ;))

 

 

Mein Engel, ich weiß, dass du diesen Blogeintrag lesen wirst. Ich bewundere dich, im Moment ganz besonders für das was du tust. Ich halte hier die Stellung, schaue das Mama und Papa aus deinem Zimmer kein Büro machen, schmeiße mich hin und wieder in dein Bett und Klamotten habe ich mir auch schon ein paar mitgenommen. :-) Ich liebe dich!

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Kommentare: 6
  • #1

    Simone (Montag, 05 September 2016)

    Wunderschöner Post... Hatte gleich Pipi in den Augen! :-*

  • #2

    Hans Brenner (Montag, 05 September 2016 09:26)

    Toller Beitrag

  • #3

    Gabriele (Montag, 05 September 2016 10:12)

    :´-) ...... aus dem Zimmer wird kein Büro gemacht! - nur etwas aufgeräumt ... die nicht "auf Partys gerauchten Zigaretten" habe ich mir schon unter "den Nagel gerissen" .... tolle Mädels - alle beide :-**

  • #4

    Donovan Wyrsch (Montag, 05 September 2016 13:14)

    wow, das hast du sehr schön geschrieben und es hat mich berührt...danke für den Start in den Montag...wünsche Dir, dass das Jahr schnell vorbei geht...

    bis dann
    donovan

  • #5

    Saskia (Montag, 05 September 2016)

    Hallo liebe Svenja.
    Wunderschön geschrieben und herrlich das du so eine tolle Beziehung hast zu deine Schwester. Und ich drück dir die Daumen das die Zeit für dich schnell um geht, ansonsten bald hinterher fliegen. Drück dich, Saskia!!!

  • #6

    Katrin (Montag, 05 September 2016 17:19)

    Maaaan Svenja....kannste doch nicht machen !!!!! Also abgesehen davon das du 100% recht hast mit dem was du schreibst (und ich persönlich das ganze zudem als besten "Beweis" deiner Liebe zu deiner Schwester empfinde -Stichwort "gehen lassen"-) jetzt sitz' ich hier und hab Pipi in den Augen....und das Bedürfnis meiner Schwester zu schreiben ;-)