Ein Lebenszeichen aus Afrika

In den letzten beiden Wochen war es „leider“ schwer hier etwas zu veröffentlichen. Leider ist definitiv das falsche Wort. Denn ich befinde mich in Afrika. Genauer gesagt in Botswana. Die letzten 10 Tage war ich auf Safari oder habe Botswana kennen gelernt. Nein ich sollte tatsächlich „lieben“ gelernt schreiben. Jedenfalls es ist hier so eine Sache mit dem Internet. WLAN ist vorhanden. Manchmal. Sehr langsam. Aber manchmal ist es eben da. Zum Glück auch heute. 

 

Den Menschen, die mich kennen, muss ich nicht erzählen, dass mein Handy hin und wieder mit mir verwachsen ist. Hier ist das anders. Hier ist es definitiv etwas ganz anderes. Auf Safari, mitten in der freien Natur, spielt mein Handy höchstens eine Rolle wenn ich Fotos machen möchte. Und auch dann habe ich es sehr oft vergessen. Hier gibt es einfach so wahnsinnig viel zu sehen, dass ein Blick aufs Handy schon fast verlorene Zeit ist. 

(Ok…ok, ich gebe es zu, sobald WLAN da ist, schaue ich auch auf mein Handy und gebe den Menschen, die zu Hause geblieben sind, ein kurzes Zeichen, dass es mir gut geht, sende das ein oder andere Foto und schaue auch mal kurz bei Facebook rein. Das tatsächlich jedoch nur kurz.) 

 

Fast 3 Wochen bin ich schon hier. Es kommt wir vor wie 3 Tage. Dieser Kontinent hat eine magische Wirkung auf mich. Es ist unbeschreiblich. Seit dem ich denken kann, zieht er mich an. Ich weiß nicht warum, denn ich war bis letztes Jahr noch nie hier. Doch kaum betrete ich afrikanischen Boden, schon bin ich glücklich.  

 

Letzte Woche sagte meine Mama zu mir: „Du klingst so entspannt.“ Ja, das passt sehr gut. Ich bin momentan die Entspannung pur. Was sollte man auch sonst sein, wenn man den Sonnenuntergang beobachtet und dabei 3 Meter vor einem 5 Elefanten aus einem Wasserloch trinken? Das ist der absolute Wahnsinn und nicht mit Worten zu beschreiben. 

 

Hier ist das Leben insgesamt viel entspannter. Die Menschen haben keinen Stress. Nehmen sich Zeit, hetzen nicht und gehen Dinge viel gelassener an. (Ich kann mir vorstellen, für den ein oder anderen Deutschen ist das kaum zu verstehen oder gar auszuhalten.;)) Hier gibt es für so manchen Einheimischen nur zwei Uhrzeiten - vor Sonnenuntergang und nach Sonnenuntergang. Finde ich manchmal gar nicht so verkehrt. 

 

Aber das scheint nicht der Grund zu sein, warum ich so entspannt bin. Warum ich gelassen bin und manche Dinge einfach „manche Dinge“ sein lasse ohne mir darüber den Kopf zu zerbrechen. Ohne mich aufzuregen. Ohne unruhig zu werden und ohne Angst oder Furcht in den Tag zu starten.   

 

Wenn du 2.000 km quer durch ein Land voller Ferne fährst, hast du verdammt viel Zeit zum nachdenken. Dich wieder kennenzulernen. Deine Sehnsüchte zu entdecken. Nichts lenkt dich ab. Nichts hindert dich Träume weiter zu spinnen. Ideen freien Lauf zu lassen. Kreative Moment zu genießen. Alles scheint plötzlich möglich zu sein. Mein „Ideenblock“ ist voll. Voller neuer Ideen bzw. einer neuen spannenden „To Do - Liste“. 

 

Aber auch Gedanken, die du seit Jahren, Monaten und Wochen zur Seite schiebst, kehren immer wieder. Wie oft habe ich solche Gedanken auf Seite geschoben und mich nicht damit beschäftigt? OFT. Sehr oft. Hier nimmst du den Gedanken, lässt ihn einmal frei, denkst darüber nach und ziehst daraus deine eigenen Konsequenzen. Du fällst Entscheidungen und gehst Wege, von denen du bisher glaubtest, dass es nicht dein Weg ist. Abstand hilft dir, Dinge anders zu sehen als bisher. 

 

Das ist es wohl, was mich wirklich entspannt. Manchmal hilft eben ein Blick hinter deine eigenen Kulissen um zu wissen, was du wirklich willst und was du nicht mehr willst.

 

 

Nächste Woche bin ich wieder in Deutschland, dann werden auch die ein oder anderen Bilder von dieser atemberaubenden Reise auf meinem Fotoblag (www.svenjabremer.com) auftauchen.  

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Kommentare: 1
  • #1

    Benny (Montag, 01 Mai 2017 14:53)

    �� genieß die restlichen Tage und komm gesund wieder nach Hause.